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Tag des Betreuungsrechts am 23.09.2019 im Justizzentrum Bückeburg

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Presseerklärung

Am 23.09.2019 beging die Schaumburger Justiz den Tag des Betreuungsrechts der Justiz Niedersachsen mit einer Großveranstaltung: Die drei Amtsgerichte Bückeburg, Rinteln und Stadthagen luden unter Schirmherrschaft der Landgerichtspräsidentin Höcker nach einem Grußwort des Landrates Farr ein zu parallel verlaufenden Aktionen, die sowohl das breite Publikum wie auch an die Experten ansprachen:

Großen Zuspruch fand der Vortrag des Betreuungsvereins Bubis e.V. zu der Frage: "Einrichtung einer Betreuung oder Vorsorgevollmacht?" , aber auch die individuelle Beratung durch die anwesenden Rechtspfleger und Richter sowie der Betreuungsstelle des Gesundheitsamts und des Betreuungsvereins Schaumburg e.V..

Erschienen sind viele Bürger zu ganz praktischen Fragen:

Was kann ich tun, wenn.......

.... meine Oma ständig den Gartenzaun überwindet und wir ewig brauchen um sie wieder

einzufangen?

.... mein Bruder alkokoholkrank ist, im Suff andere schlägt und in keine Klinik will?

.... ich fertig bin, weil meine Schwester sich umbringen will?

.... ich möchte, dass sich jemand um mich kümmert, der meinen Willen respektiert?

.... ich gern von meiner Tochter gepflegt werden möchte, aber wegen Familienstreits lieber

einen Dritten mit der Vermögenssorge beauftragen möchte?

....

Die Antworten erfolgten im Gespräch mit den Angehörigen der Justiz und den örtlichen justiznahen Institutionen.

Die ca. 40 (!)-köpfige Expertenrunde (Betreuungsrichterschaft, sozialpsychiatrischer Dienst, Gesundheitsamt, Betreuungsstelle, Polizei und Staatsanwaltschaft, Pflegedienstleitungen, Heimleitungen, Krankenhauschefs, Betreuungsvereine, Opferhilfe, Gutachter, Rechtsanwälte, Verfahrenspfleger, Pflegestützpunkt und viele andere) tagte bereits früh zu brisanten Themen wie "Gewalt in der Pflege" und "Alternativen zu freiheitsentziehender Medikation". Das gemeinsame Ziel, die Betreuten des Bezirks bestmöglich vor Gefahren zu schützen, ihre Würde zu wahren und möglichst ihren erkennbaren Willen zu respektieren, erörterte das Gremium lebhaft mit den Referenten.

Frau Tatge, PI Lüneburg (Präventionsteam des Kriminalkommissariats) plädierte für die Einrichtung eines Sorgentelefons für berufsmäßige und häusliche PflegerInnen und PatientInnen. Wo Aggressionen in einem Abhängigkeitsverhältnis entstehen, muss es ein sozial adäquates Ventil, aber auch echte Hilfe geben. Das Sorgentelefon, das in Lüneburg zaghaft angelaufen ist und erste Erfolge zeigt, ist eine Anregung für die Anwesenden zur Diskussion.

Herr Meißnest, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie in Gütersloh, zeigte ein beeindruckendes Erfolgsmodell der "offenen Türen" für geschlossene Einrichtungen auf. Ganz offenbar gibt es Alternativen für freiheitsentziehende Maßnahmen (wie z.B. das "Wegsperren", eine lähmende Medikation, das Fixieren (Festschnallen mit Gurten) oder das Anbringen von Bettgittern.

Fazit: Es war rundum ein gewinnbringender Tag für unsere SchaumbürgerInnen:

Die Expertenrunde wird sich in dieser Zusammensetzung in Zukunft formieren und zu brisanten Themen austauschen.

Ein Sorgentelefon ist eine Option, die interessiert hinterfragt wird.

Inwieweit das Modell "offene Türen" nach dem Vorbild Gütersloh in Schaumburg eingeführt werden kann, wird überprüft.

Benz, Direktorin des Amtsgerichts

Artikel-Informationen

25.09.2019

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